Poesie-Musik-Kunst

Gedichte

 Leben mit Usher – von Ulrike Krempel 2013

 Usher-Gedicht 2013 – Johannes Pietralla

 Usher-Gedicht 2012 – Hannelore Benker

 Usher-Gedicht 2011 – Hannelore Benker

 Ode an die Usherles – Ulrike Krempel

 Usher-Gedicht 2010 – Hannelore Benker

Musik

 Das Usher-Lied – nach der Melodie von „Wir lagen vor Madagaskar“

Kunst

 Bilder von Erich Stadler


„Leben mit Usher“

von Ulrike Krempel 2013

Hat das Usher zugeschlagen
und die Ohren sind nicht fit.
Oft schon in den Kindheitstagen
kriegen wir nicht alles mit.

Unserer Eltern Gene,
keiner hat´s gewusst,
trugen falsche Pläne,
uns bleibt nur der Frust.

Usher, Usher, – unser Leben,
die Augen zu, die Ohren dicht!
Dennoch heißt es weiterstreben:
den Lebensmut verlier‘n wir nicht.

Voran schreitet des Lebens Zeit,
und Schicksal nimm denn deinen Lauf!
Hörgeräte liegen bereit.
Es endet mit den Dingern Kauf.

Mit zwei neuen Ohren –
hui, was ist es laut!
Fast wie neugeboren,
sind wir nicht mehr out.

Usher, Usher unser Leben,
die Augen zu, die Ohren dicht!
Dennoch heißt es weiterstreben:
den Lebensmut verlier‘n wir nicht.

Doch weiter rennt des Lebens Zeit.
Auf der Netzhaut sterben Zellen.
Unfassbar, was da liegt bereit,
nach des Augenarztes Quellen.

Schlecht hören und schlecht sehen,
das kann doch nicht sein!
Wie soll das weitergehen
mit dem Leben mein?

Der Tunnelblick kündigt sich an!
Der weiße Stock als Begleitung,
oder der Hund, der führen kann,
Selbsthilfe als Lebensrettung.

Leben mit Usher ist das Ziel!
„Leben mit Usher“, der Verein
hilft uns in Usher-Fragen viel.
Da musst du einfach Mitglied sein!

Du findest Freunde, gleichgesinnt,
die leben wie du mit Usher,
Mal traurig und mal froh gestimmt
Ganz einfach leben mit Usher.


Usher-Gedicht 2013

Johannes Pietralla, Mai 2013

Kaum zu glauben, aber wahr
schon wieder rum ein ganzes Jahr
und wieder sind wir gern gekommen,
– hast Du denn letztens teilgenommen? –
zu sehen uns, zu diskutieren
und willst Du wieder schwadronieren?

Was ist passiert im letzten Jahr,
das doch so schnell vergangen war?
Die Hauptversammlung wesentlich,
denn ohne Vorstand geht es nicht.
Der Michael ist der Stratege.
Erfolgreich lenkt er den Verein.
Die Nadja Högner stets sehr rege
vermittelt: Ihr seid nicht allein.
Der Bernd, er pflegt stets die Kontakte.
Die Brüder Klaes steh‘n für die Akte,
uns schlau zu machen, informieren,
damit wir nicht den Mut verlieren
mit uns‘rer Krankheit umzugeh‘n
und letztlich selber zu uns stehen.

So treffen wir uns immer wieder
bei Wein und Bier und singen Lieder.
Zwar wichtig ist das Seminar
doch fröhlich sein mit Haut und Haar
ist immens wichtig für das Leben,
drum lasst uns abends einen heben

Was hat denn Usher zu bedeuten?
Wie macht man‘s klar unkundig Leuten?
Das „U“ Gemeinschaft meint, das „UNS“.
Das „S“ für „Sehen“ eine Kunst.
Das „H“, das „Hören“ ist auch schlecht.
Das „E“ für: trotzdem sind wir „echt“.
Das „R“ soll für uns „Recht“ bedeuten,
denn zu verklickern allen Leuten,
dass Lebensqualität ein Ziel,
für uns bedeutet das sehr viel.
Drum lasst uns stetig weiterkämpfen,
den Lebensmut – so wahr – nicht dämpfen.
Seid fröhlich und auch unbeschwert.
Das Leben, es ist lebenswert.
Drum lasst uns unser Glas erheben,
dass wir trotz USHER lang noch leben.


Usher-Gedicht 2012

Hannelore Benker

Im November stand das Seminar unter keinem guten Stern.
Es hatten sich angemeldet über 70 Leut‘ gut und gern.
Doch Bernd und Michael haben nicht gezagt.
Und in Saulgrub schnell nachgefragt,
noch einige Zimmer ergattert dazu.
Und schon war in der Usheria wieder Ruh.
Daher ist – und ich finde das toll –
die Bude diesmal rappelvoll.

Wo waren die Münchner nur geblieben?
Lidia hatte sich bei der Anmeldung verschrieben.
Das Senden schlug dann leider fehl,
denn Eckart erreichte nicht die Mail.
Franz hat sich sicherlich aufgeregt.
Vielleicht hat sich’s jetzt wieder gelegt.
Er braucht nun nicht mehr laut zu jammern,
es gab im Hotel noch weitere Kammern.

Viele Neue sind in der Runde dabei.
Das freut uns und ich sag‘ Euch frank und frei:
Seid willkommen in dieser illustren Runde
und im Sinne der Usheria mit uns im Bunde.
Ihr werdet es sicher nicht bereuen
und Euch mit uns am Seminar erfreuen.
Ihr sollt Eure Probleme mal 4 Tage vergessen
und nur lachen, diskutieren und euch sportlich messen.

LEBEN MIT USHER heißt der neue Verein.
Da stellt sich für die Usheria Freude ein.
Viel Arbeit hatte der neue Vorstand,
doch sie arbeiten sehr gut Hand in Hand.
Und es gesellten sich im Nu
Mitglieder um Mitglieder dazu.
So wurde der Verein zum Segen aller gegründet,
was sich in der großen Gemeinschaft wiederfindet.

Nadja, Michi und Sebi stellen den Vorstand dar.
Sie haben viel Arbeit, das ist doch klar.
Die Website und die Webredaktion
betreuen Ulli, Christina und Miriam schon.
Andy, Hendrik, Henning und Bernd beraten kompetent,
wenn sich jemand nicht im Sozialen auskennt.
Nadja, Kirsten und Torsten senden bei jedem Wetter
an alle Mitglieder den begehrten Newsletter.

Wir wollen den Ehrenamtlichen herzlich danken.
Ihr wisst, das Engagement kennt keine Schranken.
Viel Hilfe ist nötig in so’nem Verein,
da können es nicht genug Helfer sein.
Kurz noch zu erwähnen sei
es waren schon einige Mitglieder so frei,
und haben neue Regio-Gruppen gegründet,
deren Angebot ihr im Internet findet.

Nun wollen wir uns anderen Dingen zuwenden,
und hoffen, das Seminar gut zu beenden.
Doch morgen geht’s mit den Referaten los,
das Interesse ist sicher schon groß.
Bei Sport und Entspannung, Spaß und Lachen
könnt Ihr Euch noch näher bekannt machen.
Den Freizeittag verbringen wir miteinand‘
im schönen Füssen im Bayernland.

„Da simmer dabei, das ist prima,
viva Pro Retina.“
So sang es einst die Rosi klein.
Nun haben wir’s umgetextet fein
und singen die Textstelle etwas rascher,
damit es passt mit „Leben mit Usher“.
Nun stimmen wir an so schön wie nie
das Lied von der Usher-family.


Ushergedicht 2011

Hannelore Benker

„Wir sind eine große Familie
und tragen das Usher-Gen.
Wir haben was mit den Ohren
und können auch nicht viel seh’n.“
So heißt‘s im Lied der Usheria.
So singen Franz es und Maria.

Es kamen alle aus Ost und West
zum Jubiläums-Geburtstagsfest.
Die Usher-Gruppe wie ihr wisst
20 Jahre alt geworden ist.
Dazu gratulieren heute
ganz, ganz viele Usherleute.

In 91 beim ersten Seminar
wurde es einigen Usherles klar:
wir brauchen ‘ne Gruppe, eine spezielle,
die auffangen kann die dringendsten Fälle.
Jürgen und Rosi waren davon zwei,
auch heute sind sie wieder dabei.

Seither das Usherseminar jährlich erfreut
eine steigende Anzahl betroffener Leut‘.
Im Usherlied heißt es dazu ganz klar
(und ich persönlich find’s wunderbar):
„Wir treffen uns immer wieder,
um zu wissen wie es uns geht.
Dann singen wir fröhliche Lieder
bis dass uns der Kummer vergeht.“

Die Rosi hat keines der Seminare versäumt,
davon hat sie vor 20 Jahren nicht mal geträumt.
Als Frontfrau hat sie bis 2006 regiert.
Doch danach hat sie sich nicht geniert,
das Zepter an Jüngere zu übergeben.
Das Seminar muss doch weiterleben!
Seither haben mit viel Bedacht
Andi, Bernd und Sebi die Sache gut gemacht.

Dazu wird im Usherlied gesungen,
wenn wir trällern aus vollen Lungen:
„Wir danken unsern Aktiven,
die Jahr für Jahr sich müh’n
die guten Geister uns riefen,
damit neue Hoffnung kann blüh’n.“

Dem Dank können sich anschließen wir all‘,
weil es Hilfe gibt immer und überall.
Auch gern dabei sind die Begleiter.
Sie helfen auch hier und da mal weiter.

Zum Schluss will ich zitieren noch
des Usherliedes letzte Stroph‘:
„Wir geben uns Kraft zum Leben,
sind Freunde in unserer Zeit.
Wir wollen auch weiterhin streben
nach Kraft und nach Tapferkeit.“

So sage ich jetzt froh und heiter:
liebe Usherfamilie mach‘ so weiter!
Ohne länger noch zu warten,
wollen endlich wir jetzt starten.
Nun werden allerlei Gestalten
uns zur Freude unterhalten.


Ode an die Usherles

Idee und Text: Ulrike Krempel

Wer irrt da so spät durch Nacht und Wind?
Es ist ein Usher, fast taub und blind.
Wer irrt da so spät durch Nacht und Wind?
Ein Usher, der seinen Weg nicht find´.
Den weißen Stock fest in der Hand,
irrt er entlang des Bordsteins Rand.

He Kumpel, auf deiner Stirn die Wunde?
Ach ja! Die gibt euch davon Kunde,
wenn der Bäume Äste hängen zu tief.
Ach so, und nahe bei keiner „Achtung!“ rief.

„Mein lieber Freund komm doch zu mir!
So manche Hilfen geb ich dir.
Der Freunde kannst du finden viele.
Habt ihr doch die gleichen Ziele.“

Ach ja, jetzt fällt‘s mir wieder ein,
da gibt’s doch so‘nen Selbsthilfeverein.
Na klar Kumpel, der ist ja bekannt,
der wird doch Leben mit Usher genannt.

„Mein lieber Freund, wir helfen dir,
wenn du denn klopfst an unsere Tür.
Wir wissen, es ist kein gutes Ohm`,
wenn man entdeckt dein Usher-Syndrom.“

Da will ich hin, so muß es sein,
dann trag ich auch das Schicksal mein.
Siehste Kumpel, nicht verzagen,
lieber die Selbsthilfe befragen!

„Mein lieber Freund, wir wissen schon,
ihr alle habt das Usher-Syndrom.
Ja, deshalb treffen wir uns jedes Jahr,
beim so beliebten Usher-Seminar.“

Selbsthilfe seit nunmehr 20 Jahren,
die gibt’s in den Usher-Seminaren.
Der Usher-Gruppe, das scheint richtig,
sind dieser Tage doch sehr wichtig!
Und großer Dank gilt nun zuletzt,
all denen, die sie in Szene gesetzt!


Usher-Gedicht 2010

Hannelore Benker

Der Usher-(Ascher-) Mittwoch wie ihr wisst,
nicht nur der Faschings-Mittwoch ist.
Denn just an diesem schönen Tage
trifft die Usher-Familie – ohne Frage
sich seit vielen Jahren schon
zum Seminar. Das ist Tradition.
Es singt das Kölner Gestirn der Drei:
„am Aschermittwoch ist alles vorbei“.
Das ist für die Usheria nicht wichtig,
denn am Ushermittwoch geht’s los erst richtig.
Und da reiset mit der Bahn
die Usheria gemeinsam an.
Ob jung, ob alt, ob Mädel oder Bub,
alles trifft sich in Saulgrub.

Im Hotel gleich angekommen
werden alle unter die Lupe genommen.
Und man hört dann ab und zu:
Wer bist denn du und du und du.
Herzlich man sich gleich begrüßt
Mit großer Freude – wie ihr wisst.

Vier lange Jahre ist es her.
Doch es fiel niemanden schwer
sich an alles zu erinnern:
an die Betten in den Zimmern,
an den großen Speisesaal
mit den Tischen ohne Zahl.
Und es wird vergessen kaum
für’s Seminar der große Raum.
Dort – das weiß ein jedes Kind –
die Vorstellung am Abend beginnt.

Heute und am Donnertag
mussten wir lernen – ohne Frag‘.
Viele Referenten waren gekommen.
Wir haben viel Wissenswertes mitgenommen
über die Ushersyndrom-Genetik,
über Kräuter und auch Ethik,
und zum Schluss der letzte Satz
über den möglichen Therapieansatz.
Einer hat uns noch gelehrt
wie man sich mit Langstock wehrt.
Oder hab‘ ich’s falsch verstanden?
Kann man damit besser landen
bei dem anderen Geschlecht?
Oder ist das keinem recht?

Gestern um 8 Uhr standen wir stramm,
denn da stand Kultur auf dem Programm.
Wir fuhren – und fanden das gar nicht doof –
zuerst nach dem Schloss Linderhof.

Das war von Ludwig dem II. das Schloss.
Wir waren dort nicht hoch zu Ross.
Mit dem Bus fuhr‘n wir dieses Mal
und schauten uns an Kloster Ettal.

Auch in Ettals Klostermauern
mussten wir nicht vor Furcht erschauern.
Der Ausflug hat uns nicht gereut
und alle waren hocherfreut.

Die Workshops am Abend sind beliebt,
weil jeder sich in was Anderem übt.
Ob Lormen, ob Sport, ob Tanzerei,
für jeden ist etwas dabei,
womit er sich die Zeit vertreibt
und nicht allein am Abend bleibt.

Bei Nadja lernt man ohne Eile
eine Schrift, die nennt man Braille.
Lormen, das weiß noch nicht jeder,
schreibt man nicht mit einer Feder,
sondern streicht über die Hand.
Dadurch wird ein Wort erkannt.

Oder es treffen sich die Fans
zum sogenannten Reihen-Dance.
Da tanzt die Rosi mit dem Willi
den Texaswaltz und Hillibilly:
erst vier nach rechts, dann zwei nach links.
Danach schmecken gut die Drinks,
wenn man sich trifft noch in der Bar.
Am Ende wird uns allen klar:
Wie schön das Treffen wieder ist
und man die Freunde nicht vergisst.

Und dann musst man sich schon sputen,
denn jetzt ging es in die Fluten.
Wir spritzten uns mit’nander nass.
Wir hatten einen Riesenspaß.
Durchs Wasser ging es Schritt für Schritt.
Dadurch bleiben alle fit.

Ach, ihr glaubt es nicht ihr Leut‘
wie haben wir gefeiert heut‘.
Viele haben ohne Zagen
Lustiges uns vorgetragen.
Es wurd‘ getanzt und auch gelacht.
Allen hat es Spaß gemacht.
Das Usherlied wurd‘ auch gesungen.
Das freute uns sehr und hat schön geklungen.
Ulli und Vera haben in 2009 gedichtet wie nie
und fanden dazu die passende Melodie.
Alle mögen das Lied sehr gut leiden.
Dafür danken wir nochmals Euch Beiden.

Wenn sonntags der nächste Treff wird genannt,
geht ein Raunen durch das Land
und die Usheria singt,
dass es überall hin klingt
so wie Rosi es sang beim letzten Mal,
stimmt dann ein der ganze Saal:
„Ja da simmer dabei,
das ist prima, viva Pro Retina.
Wir lieben die Usheria und das Seminar
und freuen uns dabei zu sein im nächsten Frühjahr.“


Das Usher-Lied

(nach der Melodie von Wir lagen vor Madagaskar)

1.

Wir sind eine große Familie und tragen das Usher-Gen.
Wir haben was mit den Ohren und können auch nicht viel seh’n.

Hello Leben mit Usher Hello Hello
Hello Leben mit Usher Hello Hello

Ja wenn das Usher in unser Leben tritt,
schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.
Doch wir wissen, wir sind nicht alleine.
Das gleiche Los trägst ja auch Du.

2.

Wir treffen uns immer wieder, um zu wissen wie’s uns geht.
Dann singen wir fröhliche Lieder, bis dass uns der Kummer vergeht.

Hello Leben mit Usher Hello Hello
Hello Leben mit Usher Hello Hello

Ja wenn das Usher in unser Leben tritt,
schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.
Doch wir wissen, wir sind nicht alleine.
Das gleiche Los trägst ja auch Du.

3.

Wir danken unser’n Aktiven, die Jahr für Jahr sich müh’n
die guten Geister uns riefen, damit neue Hoffnung kann blüh’n.

Hello Leben mit Usher Hello Hello
Hello Leben mit Usher Hello Hello

Ja wenn das Usher in unser Leben tritt,
schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.
Doch wir wissen, wir sind nicht alleine.
Das gleiche Los trägst ja auch Du.

4.

Wir geben uns Kraft zum Leben, sind Freunde in unserer Zeit.
Wir wollen auch weiterhin streben nach Mut und nach Tapferkeit.

Hello Leben mit Usher Hello Hello
Hello Leben mit Usher Hello Hello

Ja wenn das Usher in unser Leben tritt,
schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.
Doch wir wissen, wir sind nicht alleine.
Das gleiche Los trägst ja auch Du.

Idee und Text: Ulrike Krempel
Antrieb und Technik: Vera Mertens
Musikalische Leitung: Christina Raatz


Kunst

Bilder von Erich Stadler

 

 

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