Aktuelles

Fortsetzung von Startseite (APP DB Barrierefrei)

An der Entwicklung der App waren und sind Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen beteiligt. Von der ersten Idee bis zum Prototyp wurden Experten in eigener Sache einbezogen. Nun soll die Beteiligung auf eine breitere Basis gestellt werden. Deshalb sucht die Deutsche Bahn unter anderem blinde und sehbehinderte Smartphone-Nutzer, die schrittweise die verschiedenen Funktionen testen und mit ihren Rückmeldungen helfen, die App zu optimieren.

Gerhard Renzel, Leiter des Gemeinsamen Fachausschusses für Umwelt und Verkehr im DBSV, appelliert an blinde und sehbehinderte Menschen, sich an den Nutzertests zu beteiligen. "Je mehr Menschen Feedback geben und damit an der Entwicklung der App mitwirken, desto besser wird das Produkt", so seine Überzeugung.

Wer sich als Testperson zur Verfügung stellen möchte, schreibt bitte eine E-Mail mit der Betreffzeile "Test Prototyp DB Barrierefrei" an

msz@deutschebahn.com 

Die Interessengemeinschaft blinder und sehbehinderter Computernutzer (ISCB) bietet den Teilnehmern an dem Test eine Plattform zum Austausch über die App an. Hierfür wurde eine Mailingliste eingerichtet.

Zur Anmeldung schicken Sie bitte die Mitteilung der Deutschen Bahn über Ihre Beteiligung am Test an

Peter Brass, E-Mail: p.brass@iscb.de


BMAS macht sich stark für ein Merkzeichen TBL

Reiner Delgado, GFTB-Vorsitzender (Gemeinsamer Fachausschuss hörsehbehindert / taubblind)

Stellungnahme zur Anerkennung von Taubblindheit im geplanten Bundesteilhabegesetz

Art. 18 Änderung der Schwerbehindertenausweisverordnung sieht unter Abs. 3 Nr. 2 b) in § 3 der Schwerbehindertenausweisverordnung in Nr. 8 ein neues Merkzeichen  
mit dem Namen „aHS“, für außergewöhnliche Hörsehbehinderung, vor. In der Gesetzesbegründung heißt es dazu: "Das Merkzeichen soll die Bezeichnung  
„aHS“ und nicht „TBl“ für taubblind erhalten, da ein Großteil der Betroffenen weder taub noch blind im Sinne der bereits geltenden gesetzlichen Bestimmungen ist."  

Der GFTB fordert nachdrücklich, Taubblindheit als Behinderung eigener Art auch so zu benennen. In den bisherigen politischen Gesprächen haben wir großes Verständnis dafür wahrgenommen, dass Taubblindheit eine Behinderung eigener Art ist, die sich durch die Wechselseitige Verstärkung der Teilhabebeeinträchtigungen durch kombinierte Seh- und Höreinschränkung ergibt. Sie liegt nach Auffassung des GFTB dann vor, wenn fehlende Höreindrücke nicht mehr durch das Sehen ausgeglichen werden können und umgekehrt. In diesem Fall haben die betreffenden Personen einen taubblindenspezifischen Bedarf an Bildungsmaßnahmen, Assistenz und Dolmetschleistungen. Dieser für Taubblindheit spezifische Bedarf liegt auch dann schon vor, wenn geringes Seh- oder Hörvermögen verblieben ist.  

Taubblindheit ist der Begriff, den Betroffene weltweit als Bezeichnung für ihre Behinderung propagieren. Taubblindheit wurde 2004 vom Europäischen Parlament als Behinderung eigener Art anerkannt. Soziale Dienste und Einrichtungen bieten Hilfen für taubblinde Menschen an. Taubblindheit ist nach Auffassung des GFTB die  
alternativlose Bezeichnung, welche die besondere Situation taubblinder Menschen benennt.

Für den GFTB liegt ein wesentlicher Zweck eines Merkzeichens für taubblinde Menschen darin, diesen taubblindheitsspezifischen Bedarf an Unterstützungsleistungen in sozialrechtlichen Verfahren nachzuweisen.

Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zum BTHG-Entwurf vom 23.9.2016 gefordert, ein Merkzeichen für taubblinde Menschen im Schwerbehindertenausweis nicht "Tbl - taubblind" sondern "aHS - außergewöhnlich hörsehbehindert" zu nennen.   

Taubblindheit nun wieder in Hörbehinderung und Sehbehinderung zu trennen und zu betonen, dass die Betreffenden nicht immer ganz blind und ganz taub sind, ist ein
Rückschritt in der Anerkennung von Taubblindheit. Es negiert und bagatellisiert diese Behinderung. Es ist ein klares Bekenntnis dazu, Taubblindheit nicht anzuerkennen.
Der Bundesrat fordert ein Abwenden von der fachlich richtigen und zutreffenden Bezeichnung für eine Behinderung die eben mehr ist als die Summe einzelner
Beeinträchtigungen. Dies kann für taubblinde Menschen aber zu erheblichen Leistungseinschränkungen führen: Taubblinde Menschen bekommen künftig möglicherweise Leistungen wie "Taubblindenassistenz" oder Dienste von Taubblindeneinrichtungen versagt, weil sie ja "nur außergewöhnlich hörsehbehindert" sind.

Die Bezeichnung "außergewöhnliche Hörsehbehinderung" ist zudem bei Menschen mit taubblindenspezifischem Bedarf kaum gebräuchlich. Als hörsehbehindert betrachten sich auch Personen mit nicht so gravierenden Hör- und Seheinschränkungen, die entsprechend weniger weitergehende Bedarfe haben. Viele von ihnen werden wahrscheinlich künftig das Merkzeichen anstreben, weil für sie nicht klar ist, dass es für Menschen mit Taubblindheit gedacht ist. Der Begriff der außergewöhnlichen Hörsehbehinderung würde die sozialrechtliche Situation der Einzelnen und die politische Diskussion eher noch komplizierter machen, statt sie voranzubringen.

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